Astrid Franks Jugendroman Unsichtbare Wunden ist ein eindringliches, bewegendes Buch über Mobbing, Einsamkeit und das Versagen von Erwachsenen. Die Geschichte der 13-jährigen Anna, die nach dem Tod ihrer Mutter zunehmend isoliert wird und schließlich zur Zielscheibe grausamer Ausgrenzung wird, geht unter die Haut. Trotz äußerem Wohlstand und einem liebevollen, aber überforderten Vater bleibt Anna mit ihrem Schmerz allein – bis es zu einer tragischen Eskalation kommt.
Besonders fesselnd ist die Erzählweise: Tagebucheinträge und eine rückblickende Perspektive verweben sich zu einem literarisch dichten und emotional aufwühlenden Gesamtbild. Die Autorin zeigt schonungslos, wie Mobbing zerstört – nicht nur durch die Täter:innen, sondern auch durch das Schweigen der Anderen.
Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, aber eine notwendige. Es sensibilisiert für die oft unsichtbaren Verletzungen, die Mobbing hinterlässt, und fordert dazu auf, hinzusehen und zu handeln. Unsichtbare Wunden ist ein starkes Plädoyer für Zivilcourage, Empathie und Verantwortung. Noch immer ist dieses Buch das beste Jugendbuch über Mobbing, dass ich bis heute gelesen habe.